Schutzkonzept für das 8. Deutsche Chorfestival Pueri Cantores

Das 8. Deutsche Chorfestival Pueri Cantores findet vom 3. bis 7. Juli 2019 in Paderborn unter dem Motto
„Unsere Quelle bist Du“ statt.

Veranstalter des Chorfestivals ist das Metropolitankapitel Paderborn.

Das Chorfestival richtet sich an alle im Chorverband Pueri Cantores Deutschland organisierten Chöre.

Das Festival soll Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen der Chöre die Möglichkeit bieten, sich selbst zu präsentieren, viele weitere Chöre zu sehen und zu hören und viele neue Menschen kennenzulernen. Die Teilnehmenden sollen Spaß haben und sich kreativ entfalten können. Damit dies gelingen kann, ist es elementar, dass sie sich wohl und sicher fühlen.

Bei einer so großen Veranstaltung wie dem Chorfestival Pueri Cantores sind zahlreiche Akteurinnen und Akteure für den Schutz der Teilnehmenden verantwortlich. Daher hat dieses Schutzkonzept zwei Schwerpunkte:

  • zum einen beschreibt das vorliegende Konzept die Maßnahmen, die der Ausrichter unternimmt, um potentielle Risiken zu minimieren
  • zum anderen bietet dieses Schutzkonzept Handlungsempfehlungen und Hilfestellungen für Chorleitungen und -betreuungen

Zielgruppen

Zielgruppen des Chorfestivals Pueri Cantores sind alle im Chorverband Pueri Cantores Deutschland organisierten Chöre. Unterschieden werden die Chöre in fünf Kategorien:

  • Knabenchor
  • Mädchenchor
  • Kinderchor
  • Jugendchor gleichstimmig
  • Jugendchor gemischt

Mitglieder der Chöre sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die in diesem Schutzkonzept genannten- Maßnahmen dienen dem Schutz der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen der Chöre.

Gleichzeitig soll das Schutzkonzept den Erwachsenen, die Verantwortung für die Chormitglieder haben, -Hilfestellung und Handlungssicherheit geben. Konkret sind dies:

  • Mitarbeitende des Chorfestivals
  • Ehrenamtliche Helfende des Chorfestivals
  • Chorleitungen und -betreuende

Persönliche Eignung

Ein besonderes Augenmerk, um den Schutz der uns anvertrauten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu gewährleisten, liegt auf der persönlichen Eignung der Mitarbeitenden und Helfenden des Chorfestivals sowie der Chorleitungen und -betreuenden.

Allen oben genannten Personengruppen wird das Schutzkonzept im Vorfeld schriftlich zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus werden die Helfenden des Festivals im Rahmen eines Elternabends über das Konzept und insbesondere über den Handlungsleitfaden und vorhandene Beschwerdewege durch die Mitarbeitenden der -Koordinierungsstelle des Erzbistums Paderborn informiert.

Im Anschluss dieses Elternabends unterschreiben die Helfenden die Selbstverpflichtungserklärung des Erzbistums Paderborn (s. Anhang).

Erweitertes Führungszeugnis

Im Erzbistum Paderborn werden keine Personen eingesetzt, die rechtskräftig wegen einer in § 72 a SGB VIII genannten Straftat verurteilt sind.

Gemessen nach Art, Dauer und Intensität des Kontakts zu Minderjährigen sind folgende Personen verpflichtet, ein erweitertes Führungszeugnis nach § 30 Absatz 5 und § 30a Absatz 1 des Bundeszentralregistergesetzes -vorzulegen:

  • Mitarbeitende des Festivalbüros

Eine Einsichtnahme der erweiterten Führungszeugnisse von ehrenamtlich Helfenden erfolgt nicht.

Den Chören wird empfohlen, die erweiterten Führungszeugnisse der Chorleitungen und-betreuenden einzusehen.

Besondere Gefährdungsmomente

Umziehen vor und nach Konzerten

Damit sich die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen der Chöre vor und nach den Konzerten umziehen können, werden durch den Ausrichter Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt.

Für die Umkleiden gelten folgende Regeln:

  • Die Chorleitungen und -betreuenden ziehen sich nicht mit den Mitgliedern der Chöre um.
  • Es wird auf ein geschlechtergetrenntes Umkleiden geachtet.

Diese Regeln werden sowohl innen als auch außen gut sichtbar an den Umkleiden angebracht. Die Helfenden vor Ort werden entsprechend instruiert, sodass sie auf die Regeln hinweisen können.

Übernachtungssituationen

Der Ausrichter stellt sicher, dass den teilnehmenden Chören Zimmer zur Verfügung gestellt werden, die eine -getrenntgeschlechtliche Unterbringung ermöglicht.

Chorleitungen und -betreuende bekommen eigene Zimmer, sodass sie nicht mit den Teilnehmenden in einem Zimmer untergebracht werden.

Wenn die Unterbringung keine Zimmer mit Sanitäranlagen auf den Zimmern zur Verfügung stellen kann, ist für getrenntgeschlechtliche Sanitäranlagen zu sorgen.

Öffentliche Veranstaltungen

Chorleitungen und -betreuende begleiten die Kinder und Jugendlichen bei öffentlichen Veranstaltungen und -übernehmen die Aufsichtspflicht.

Die Helfenden vor Ort sind gut sichtbar an präsenten Stellen positioniert.

Bei allen Veranstaltungen werden durch die Helfenden Einlasskontrollen durchgeführt.

Verhaltenskodex

Die Teilnehmenden des Festivals sollen Spaß haben und sich kreativ entfalten können. Dazu gehört ein Umgang, der gekennzeichnet ist durch Respekt und Wertschätzung.

Folgender Verhaltenskodex dient allen Erwachsenen, die Verantwortung für die Teilnehmenden haben, als -Leitlinie für ihr Handeln:

Kommunikation

  • Ich spreche respektvoll mit den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
  • Ich achte auf einen ehrlichen und respektvollen Umgang in der Gruppe.
  • Ich äußere Kritik angemessen und fair und achte darauf, dass auch die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen angemessen und fair Kritik äußern.
  • Ich bin offen für Kritik und nehme sie ernst.
  • Ich achte auf eine altersangemessene und verständliche Sprache.
  • Ich achte auf eine Sprache, die alle miteinschließt.

Nähe und Distanz

  • Ich gestalte die Beziehungen zu den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen transparent und professionell. Ich gehe verantwortungsvoll mit Nähe und Distanz um.
  • Ich nehme die individuellen Empfindungen der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu Nähe und Distanz gegenüber mir und anderen Personen ernst und respektiere ihre persönlichen Grenzen.
  • Ich nehme die Grenzen der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen wahr und achte diese.
  • Ich bin mir meiner eigenen Bedürfnisse und Grenzen bewusst und äußere diese gegenüber den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Beachtung der Intimsphäre

  • Mir ist bewusst, dass ich dafür verantwortlich bin, die Intimsphäre der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu achten und aktiv zu schützen.
  • Ich ziehe mich nicht vor den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen um.

Angemessenheit von Körperkontakt

  • Ich achte sowohl bei mir als auch bei den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auf Mimik, Körpersprache und nonverbale Signale.
  • Ich weiß, dass Jede und Jeder ein unterschiedliches Bedürfnis nach Körperkontakt hat und achte dieses.
  • Wenn bestimmte Situationen Körperkontakt erfordern, weise ich im Vorfeld daraufhin und erkläre die Gründe dafür. Ich gebe so viel Hilfestellung wie nötig und so wenig wie möglich.

Umgang mit Übernachtungssituationen

  • Ich übernachte nicht mit den Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen, für die ich Verantwortung habe, in einem Zimmer.
  • Ich achte auf eine geschlechtergetrennte Unterbringung.
  • Ich ziehe mich nicht vor den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen um.
  • Bevor ich ein Zimmer betrete, klopfe ich an und warte darauf, hereingebeten zu werden.

Beschwerdewege

Erste Ansprechpersonen für die Mitglieder der Chöre sind die Chorleitungen und -betreuende.

Darüber hinaus sind die Mitarbeitenden des Festivalbüros Ansprechpersonen und offen für Rückmeldungen, Kritik und Beschwerden.

Damit sich die Teilnehmenden bei Sorgen und Problemen, mit denen sie sich nicht an ihre Chorleitungen und -betreuungen wenden können, an die Ansprechpersonen aus dem Festivalbüro wenden, ist es notwendig, dass ihnen die Beschwerdewege und Kontaktmöglichkeiten bekannt sind.

Die Beschwerdewege mit Ansprechpersonen des Festivalbüros werden den Chorleitungen im Vorfeld schriftlich zugesandt.

Darüber hinaus werden allen Teilnehmenden des Festivals bei der Eröffnungsveranstaltung ein Informationsblatt mit allen Ansprechpersonen ausgehändigt.

Ansprechpersonen für das Festivalbüro sind:

Annalena Müller, Cornelia Casey-Buschmeier, Janka Wilkening und Rita Kramer.

Tel. 05251-125 1535

Annalena Müller

Cornelia Casey-Buschmeier

Janka Wilkening

Rita Kramer

Link zur Website www.sicher-l-ich.de unserer Schutzkonzept-Partnerin Vera Saidowski

Handlungsleitfaden

Auch wenn das vorliegende Schutzkonzept in erster Linie den Anspruch hat, präventiv zu wirken, so kann es doch zu Situationen kommen, in denen wir intervenieren müssen. Insbesondere die beteiligten Personen stellt eine Vermutung oder die Kenntnis eines Vorfalls vor eine besondere Herausforderung.

Der folgende Handlungsleitfaden soll Mitarbeitenden, Helfenden und insbesondere den Chorleitungen und -betreuenden Handlungssicherheit und Orientierung geben.

1. Ruhe bewahren

Auch wenn es manchmal schwierig wirkt: wenn wir Ruhe bewahren, vermeiden wir eventuell überstürzte Reaktionen.

2. Prüfen: Gibt es Bedarf zum sofortigen Handeln?

In den meisten Fällen ist es nicht notwendig, unmittelbar zu handeln. Dennoch kann es Situationen geben, die direktes Eingreifen erfordern (zum Beispiel akute Kindeswohlgefährdung, …). Sollte es die Situation erfordern, müssen wir unmittelbar handeln. Hier empfiehlt es sich, zunächst die Ansprechpersonen des Festivalbüros zu informieren. Ist diese nicht erreichbar, ist das Hilfetelefon sexueller Missbrauch (0800-22 55 530) zu kontaktieren.

3. Dokumentieren

Hilfreich für den weiteren Verlauf ist es, alle beobachteten Situationen zu dokumentieren. So vermeiden wir, dass wichtige Informationen verloren gehen.

4. Eventuell: Hinzuziehen einer Vertrauensperson

Manchmal kann es schwierig sein, mit einem Verdacht oder einer konkreten Situation alleine umzugehen. Daher kann es sinnvoll sein, die Beobachtungen mit einer Person des Vertrauens zu teilen. Dabei sollten sich alle darüber im Klaren sein, dass der Kreis der Mitwissenden möglichst klein gehalten sein soll und dass über das Vorgefallene nicht mit weiteren Personen über diesen Personenkreis hinaus gesprochen wird.

5. Kontakt mit Ansprechperson aus dem Festivalbüro aufnehmen

Die Mitarbeitenden des Festivalbüros können einschätzen, welche nächsten Schritte zu tun sind und welche Personen hinzuzuziehen sind.

6. Aufarbeiten im Team

Ein Vorfall, der eine Intervention notwendig macht, ist eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Auch das Team, das die Verantwortung für die betroffenen Personen hat, wird dabei vor eine große Herausforderung gestellt. Daher ist es unbedingt notwendig, den Prozess, wenn er abgeschlossen ist, gemeinsam zu reflektieren und aufzuarbeiten. Gegebenenfalls kann es sinnvoll sein, eine externe Person dafür hinzuzuziehen.

Ab dem Moment, wo das Festivalbüro informiert worden ist, liegt die Verantwortung und die Entscheidung über den weiteren Verlauf bei den verantwortlichen Personen des Festivalbüros. Nichts desto trotz werden alle Beteiligten über den weiteren Verlauf des Prozesses informiert.

Qualifizierung

Um der Verantwortung für die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen gerecht zu werden und gleichzeitig denjenigen, die Verantwortung für die Teilnehmenden haben, Handlungssicherheit zu geben, ist die Teilnahme an einer sechststündigen Präventionsschulung für die Mitarbeitenden des Festivalbüros verpflichtend.

Den Helfenden des Chorfestivals wird empfohlen, ebenfalls an einer sechsstündigen Präventionsschulung teilzunehmen. Dafür bietet das Festivalbüro zwei Termine im Vorfeld des Festivals an.

Insbesondere die Chorleitungen und -betreuenden haben einen intensiven Kontakt mit den Teilnehmenden der Chöre. Daher wird auch ihnen die Teilnahme an einer mindestens sechsstündigen Präventionsschulung empfohlen.

Qualitätsmanagement

Das vorliegende Schutzkonzept beschreibt in erster Linie konkrete Maßnahmen, die der Ausrichter unternimmt, um potentielle Risiken, die im Rahmen des 8. Deutschen Chorfestivals Pueri Cantores auftreten können, zu minimieren.

Nach dem Festival wird das Schutzkonzept und die darin beschriebenen Maßnahmen reflektiert geprüft, ob das Konzept für den Deutschen Chorverband PUERI CANTORES e.V. weiterentwickelt und weiter genutzt werden kann.

Ansprechpersonen

Für das Metropolitankapitel Paderborn
– Körperschaft des öffentlichen Rechts –
vertreten durch den Dompropst Joachim Göbel
Domplatz 3 · 33098 Paderborn
Tel. 05251/1251349

Projektleiter des 8. Deutschen Chorfestivals Pueri Cantores
Domkapellmeister Thomas Berning
Domplatz 3 · 33098 Paderborn
Tel. 05251/1251346

Stellvertretende Projektleiterin
Domkantorin Gabriele Sichler-Karle
Domplatz 3 · 33098 Paderborn
Tel. 05251/1251657

Präventionsbeauftragte
Miriam Merschbrock
Domplatz 20 · 33098 Paderborn
Tel. 05251/1251427

Anlagen
Selbstverpflichtungserklärung des Erzbistums Paderborn (externer Link, PDF)

Dokumentation

Im Interventionsleitfaden ist darauf hingewiesen worden, dass es sinnvoll ist, bei einem Vorfall den gesamten Prozess zu dokumentieren. Dies hat folgende Gründe:

  • Es hilft den Beteiligten, sich auch später an Einzelheiten zu erinnern
  • Die Verantwortlichen können später getroffene Entscheidung mithilfe der Dokumentation erläutern
  • Bei besonders schweren Fällen kann es für ein mögliches späteres Strafverfahren hilfreich sein

Im Folgenden ist ein Beispiel für einen möglichen Dokumentationsbogen dargestellt. Grundsätzlich gilt: es kann nicht zu viel aufgeschrieben werden. Möglichst alles, auch auf den ersten Blick vielleicht unwichtige Details, sollten dokumentiert werden.

Dokumentationsbogen

Dokumentiert von:
Datum und Uhrzeit:
Gruppe:
Betroffene Person (Name, Alter, etc.):
Beschuldigte Person (Name, Alter, Funktion, etc.):
Situationsbeschreibung (Was wurde beobachtet – hier nur Fakten, keine Mutmaßungen nennen):
Evtl. weitere involvierte Personen:
Weiteres Vorgehen:
Information folgender Personen:
Anmerkungen:

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